• Martin Prost

Gin Tonic oder Glühwein!?


Wer hätte gedacht, dass ich auf meinem Weg zur Weltmeisterschaft in St. George, Utah (USA) doch nochmal damit konfrontiert werden würde, ob die Vorbereitung im kalten Deutschland nicht vielleicht für andere, höhere Ziele besser geeignet wäre?

Aber anscheinend wurde ich beobachtet! Denn nun werde ich anstatt in die Wüste von Utah zu reisen, mich auf den Weg nach Chamonix in Frankreich machen, um als erster Mensch mit einem Holzschlitten den Mont Blanc herunter zu fahren - rückwärts!!!


Der aufmerksame Volksstimme-Leser guckt natürlich zuerst auf das Datum und dann auf den Titel eines Artikels und dürfte schon mit einem April-Scherz gerechnet haben.

Geht der zweite Blick aber nun aus dem Fenster, stellt sich die Frage, ob auch das Wetter nun zu Scherzen aufgelegt ist?

Während in St. George die Tagestemperaturen sich auf den Weg in Richtung 40 Grad machen, wird es bei uns hier wieder ordentlich ins Minus gehen auf dem Thermometer.


Für mich ändert sich da aber im Training weniger als man denkt:


Das Schwimmen findet ohnehin im mit 27 Grad beheizten Becken in Magdeburg statt und sieht derzeit ungefähr so aus: eine Einheit mit Tempo-Intervallen zwischen 50 bis 100 Metern, eine Einheit mit bis zu 4,5 Kilometern am Stück, wobei ich hier den Neopren-Anzug immer wieder mal anziehe. In der Regel schiebe ich am Wochenende zur Entlastung zwischen den langen Lauf- und Radtrainings noch 1-2 Schwimm-Einheiten im regenerativen Bereich ein.


Beim Radfahren waren in den letzten Wochen eigentlich schon fast wieder "Summer-Vibes" spürbar. Einige Ausfahrten konnte ich sogar schon in kurz-kurz absolvieren. Nun geht es wohl oder übel zurück in meine Pain-Cave, um mir den Feinschliff im letzten 3-wöchigen Trainingsblock zu holen.

Die Woche startet meist mit einer 2-stündigen Fahrt im Grundlagenausdauerbereich gefolgt von 1-2 Einheiten mit Intervallen zur Verbesserung der maximalen Sauerstoffaufnahme und der Laktattoleranz. Mindestens einmal stehen Kraftausdauer-Intervalle mit niedriger Trittfrequenz auf dem Programm, den die Strecke in St. George zeigt im letzten Drittel, dass eine Wüste auch ordentliche Berge (Snow Canyon) und Höhenmeter zu bieten hat. Am Wochenende gibt es nochmal eine eher regenerative Einheit am Samstag nach dem langen Lauf und eine sehr lange Fahrt mit bis zu 5 Stunden und sich steigernden Abschnitten im Renn-Tempo.


Beim Laufen wird der letzte Trainingsblock nochmal genutzt, um den Durchschnitt der Wochenkilometer noch ein wenig zu steigern.

Ein lockerer Lauf über 10-15 Kilometer, um in die Woche zu starten, 1-2 Koppelläufe über 5-10 Kilometer direkt im Anschluss an eines der Radtrainings, um den Wechsel in den Bewegungsarten zu ökonomisieren. Ein weiterer Lauf über 10-15 Kilometer findet am Berg statt. Das gibt Kraft in den Oberschenkeln und simuliert die hügelige Strecke in St. George nochmals. Natürlich wird auch einmal in der Woche geballert, 10-15 Kilometer auf der "Hausstrecke" nach Niegripp am Kirchturm anschlagen und zurück nach Hause.

Samstags wartet traditionell der lange Lauf darauf, erledigt zu werden. Hier werde ich den letzten Wochen die Strecke von 36 bis auf 40 Kilometer steigern.

Der Sonntag ist dann meistens der längste Tag der Woche. Nach den 5 Stunden auf dem Fahrrad geht es direkt im Anschluss in die Laufschuhe, um den Koppellauf mit bis zu 20 Kilometern zu absolvieren.

Das gelingt derzeit relativ gut, die Richtung der Formkurve stimmt also erstmal auffallend - auch wenn mir nach solchen Wochen der Sinn weder nach Gin Tonic noch nach Glühwein steht!


Aloha,

Martin

79 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Die ersten Schritte zum Triathlon sind gar nicht so groß. Immer mehr Hobby-Athleten liebäugeln immer mal wieder mit einem Start bei einem Triathlon. Die Ausrüstung ist dabei meist (noch) nicht allzu p