• Martin Prost

KLETTERN! Nicht Klotzen für den Kult



Ein paar Tage Urlaub auf der einen und (wie immer) einen Wettkampf auf der anderen Seite, so sieht auch dieser Sommer aus.

In diesem Jahr galt es den Kult Triathlon im Allgäu von der Bucket List zu bekommen, denn den ältesten Triathlon Deutschlands (in diesem Jahr die 40. Auflage seit 1983), so sagt man, muss man einmal in seinem Triathleten-Leben gemacht haben.

Und eins vorneweg - Das stimmt absolut!

Ein paar Tage vorher anreisen, um den Stress vor Ort zu reduzieren und auch, um die Wettkampfstrecken zu checken. So sah der Plan aus und das klappte bis zwei Tage vor dem Wettkampf auch bestens.

Dann ist das Wetter hier extrem umgeschlagen: Dauerregen mit 60 Liter pro Quadratmeter und die Temperaturen gingen nach und nach auch runter. Aber Petrus hatte ein Einsehen und so waren wir heute mit strahlendem Sonnenschein beim Zieleinlauf gesegnet. Aber fangen wir mal vorne an.


Schwimmen

Am Morgen lag noch tiefer Nebel über dem Großen Alpsee und die Bojen waren kaum zu erkennen. Ich orientierte mich nach links, was zwar eigentlich den weiteren Weg bedeutete, aber ich so hoffentlich den „Schlägereien“ beim Massenstart ausweichen kann.

Leider hatten die Idee kurz vorm Kanonenschlag viele andere spontan auch noch, so dass ich ungewollt „in der Waschmaschine“ landete. Ein paar Schläge und Tritte später konnte ich mich etwas befreien, aber es dauerte eine ganze Weile länger als sonst bis ich meinen Rhythmus finden konnte. So war ich wenig verwundert, dass nur eine enttäuschende Schwimmzeit von knapp 33 Minuten auf der Uhr stand.


Radfahren

Der Wechsel zum Radfahren war etwas länger als üblich. Das war aber damit begründet, dass der Weg vom Schwimmausstieg bis zur Wechselzone mit knapp 1 Kilometer sehr, sehr lang ausfiel.

Ich konnte in der Woche die Radrunde, die es jeweils 2x zu absolvieren galt, mehrfach testen und so wusste ich, dass hier ordentlich Höhenmeter auf mich zukommen würden und gleich nach 3 Kilometern das „Monster“ Kalvarienberg wartete. Die Stimmung an dem Anstieg mit bis zu 30 Prozent Steigung war bombastisch und so fielen die Qualen (zumindest auf der 1.Runde) gar nicht so auf.

Aber auch auf dem Rest der Runde gab es richtig was wegzudrücken (insgesamt ca. 1300 Höhenmeter) und nicht wenige im Feld fielen der Wahl der Übersetzung zum Opfer.

Ich bin die erste Runde wie geplant etwas über meinem Ziel-Wattwert gefahren und habe die zweite Runde konservativ genutzt, um mich auf das bevorstehende Laufen vorzubereiten.

Nach 2:42h stellte ich das Rad in der Wechselzone ab und es ging in die Laufschuhe.


Laufen

Auch die 20 Kilometer hatte ich mir in den Tagen vorm Wettkampf komplett angesehen und wusste, dass es auch hier einiges zu klettern gab.

Obligatorisch waren die ersten 3 Kilometer sehr fix, weil die Beine noch die hohe Frequenz vom Radfahren gewohnt waren. Ich hatte mir aber vorgenommen, ab diesem Zeitpunkt meine Vorgabe nur noch bedingt zu überschreiten und so pegelte ich mich bei 4:30-4:40 min/km ein, wohlwissend, dass damit nicht alle Körner verschossen sein sollten. Die Verpflegung passte dieses Mal sehr gut (ausschließlich flüssig) und ich konnte beim Zieleinlauf entspannt feststellen, dass ich knapp unter 5 Stunden gefinisht hatte.

Auf der ziemlich selektiven Strecke wäre ich selbst mit einer Zeit im Bereich von 5:30h bei den vorgegebenen Leistungsbereichen zufrieden gewesen.


Fazit und Ausblick

Es bleibt die Erinnerung an einen wirklich kultigen Wettkampf, der seinem Namen mehr als gerecht wird. Auch bleibt die Erkenntnis, dass das Training der letzten Wochen anschlägt und es im nächsten Trainingsblock darum gehen muss, das zu festigen und weiter an den Kleinigkeiten zu arbeiten.

Unter anderem geht die Freiwasser-Saison in Deutschland sicher bald auf ihr Ende zu und so kommt die Möglichkeit im Becken, Tempo und Tempohärte für die WM in den USA aufzubauen.

Vorher geht es in Quedlinburg noch durch „Die Hölle von Q“, eine Triathlon-Mitteldistanz der man nachsagt, viel Potential zu haben, eine kultige Veranstaltung zu werden. Gleichzeitig wird das der letzte Test in allen drei Sportarten vor der WM. Beim Magdeburg Marathon steht kurz vorm Abflug im Oktober noch der letzte Lauf-Test an.

Der Plan steht also. Pack ma‘s, wie man hier im Allgäu sagt!


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