• Martin Prost

Liebe zum Detail


Gerade sitze ich in der Werkstatt in Magdeburg und warte darauf, dass mein Auto endlich wieder seine Sommerräder bekommt.

Irgendwie sieht es erst dann aus wie ein richtiges Auto.


Und da passt es auch, dass das Zeitfahrrad endlich wieder vom Rollentrainer runterkommt und viele Kilometer in der Sonne gesammelt werden. Bei der ersten Ausfahrt natürlich auch zum Teil im Wettkampf-Setup: Hochprofil-Felge vorne und Carbon-Scheibenrad hinten.

Nur bei der Klamotten-Auswahl sieht es noch nicht ganz nach Sommer aus, aber das kommt bestimmt auch noch.


Es ist ein ganz anderes Gefühl, die Geschwindigkeit in „echt“ zu spüren oder dem Wind ordentlich die Stirn zu bieten. Der Sound, der sich durch den Wechsel des Asphalts immer mal verändert, ist wie Musik und gibt den Rhythmus vor, mit dem durch das Jerichower Land und darüber hinaus gecruist wird und jetzt die finale Vorbereitung eingeläutet wird.

In jeder Disziplin bis an die Wettkampf-Distanz und auch mal weiter - das bringt die Demut vor der eigentlichen Aufgabe und ist vor allem eine gute Standortbestimmung. Der Körper wird jetzt nochmal ordentlich gefordert, dann geht’s nochmal in die Leistungsdiagnostik, um die idealen Wettkampf-Bereiche zu bestimmen. Fast jede Einheit wird jetzt auch im Hinblick auf die Verpflegung für das Fein-Tuning genutzt. Der Kalorienverbrauch ist da das eine, das andere ist es, ob sich auch der Magen daran gewöhnt, regelmäßig was von außen zu tun zu bekommen. In den letzten Jahren habe ich da schon diverse Experimente gemacht und bin bislang am besten mit den Produkten von Precision Hydration klargekommen. Der Vorteil ist die große Menge an Kohlenhydraten, aber auch der neutrale Geschmack. Es gibt nämlich nichts Schlimmeres für mich, als nach 8-9 Stunden von Passionsfrucht, grüner Apfel oder Karamell aufs Dixie-Klo begleitet zu werden. Auch den Salzverlust darf man nicht unterschätzen, ich insbesondere, da ich sehr viel Flüssigkeit verliere und damit auch wichtige Mineralien. Im Moment teste ich noch aus, wieviel ich tatsächlich verliere und wieviel dann auch wieder zurück in den Körper gebracht werden muss, um nicht vorzeitig von Krämpfen oder Muskelversagen gestoppt zu werden. Die Wüste von Utah mit ihrem Kontinental-Klima wird sicher noch mehr Tribut zollen als das milde Wetter hier gerade.


Die Postboten haben jedenfalls täglich irgendwelche Dinge für mich zu liefern und so langsam werden die Haken, die ich noch auf meiner Check-Liste zu setzen habe, weniger. Das Zeitfahrrad bekommt in den nächsten Tagen nochmal ein paar Upgrades und wird technisch von den Jungs und Mädels bei Fahrrad Magdeburg nochmal auf Herz und Nieren geprüft. Offen sind noch die Fragen zur richtigen Übersetzung, die Wahl der Rad-Reifen-Kombination. Und so wie ich mich kenne, wird es bis zur letzten Minute noch Details geben, mit denen ich und viele fleißige Helferlein beschäftigt sein werden, denn groß ist: Die Liebe zum Detail!

Aloha Martin

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