• Martin Prost

Nächster Halt: Candy Shop


Im Februar kam mit der Nachricht, dass es zur WM geht, das große Sicherheits-Schloss vor die Schublade mit dem ganzen Süßkram.

Anfangs hätte ich gerne weiterhin täglich dort mal auf einen "Kurzbesuch" reingegriffen, aber ich war eisern und inzwischen ist das Verlangen auch gar nicht mehr so groß.

Nach diesem Blogeintrag geht es nochmal auf die letzte ausgedehnte Radfahrt und einen anschließenden Koppellauf.

Dann ist die Plficht getan und es folgt die Phase, die von den reinen Trainingszahlen und Umfängen sehr entspannt wirkt, aber auch für den Kopf schwierig werden kann.

Im sogenannten Tapering (für Ossis = Täbering) wird das Training runtergefahren und die Wettkampfintensitäten finden nur noch in Form von Intervallen statt.

Der Körper bekommt also mehr Erholung, wird durch das kurze und knackige Training weitestgehend auf Spannung gehalten - auf dem Dienstplan steht quasi Bereitschaft.

Ebenfalls bekommen Schlaf und das Auffüllen der Glykogen-Speicher jetzt eine zunehmend wichtigere Bedeutung. Schlafen und Essen, fast ein bisschen wie damals in der Pubertät! (Merke: Mann, bin ich alt geworden...)

Die Gefahr ist aber auch, jetzt den Plan zur Seite zu schieben und einfach weiter drauf los zu trainieren, weil man sich ja gerade so fit fühlt und meint, jetzt noch besser werden zu können, wenn man den Fuß einfach auf dem Gaspedal stehen lässt.

Diesen Fehler habe ich in der Vergangenheit auf jeden Fall gemacht und bin daher hoffentlich gewarnt.

Ich konnte in den letzten Wochen aber auch ganz gut an mir selbst feststellen, dass die besten Trainingseinheiten gelaufen sind, wenn es vorher ausreichend Regeneration für mich gab. Manchmal hat ein einziger Ruhetag die Leistungsentwicklung nahezu explodieren lassen.

Warum also jetzt noch die Brechstange? Im Hinblick auf den Ironman am 7.Mai sind die Würfel jetzt sowieso gefallen.

Ich habe sehr viel investiert und kann sagen, dass es an manchen Tagen tatsächlich ein Ritt auf der Rasierklinge war und die Belastung mich ans Limit gebracht hat.

Sowohl im Schwimmen als auch im Laufen kann ich sagen, dass ich Stand jetzt kaum besser in Form war als derzeit.

Einzig im Radfahren fällt mir eine Einschätzung schwer, da aufgrund der Temperaturen 90 Prozent der Einheiten indoor erfolgt sind und die wenigen Outdoor-Ausfahrten durch Kälte und Wind sich eher zäh angefühlt haben.

Aber auch hier bin ich zuversichtlich, dass das Klima in den USA die Stimmung heben wird und es dann einfach Spaß machen muss, durch die Wüste zu ballern.

Und dann ist da ja auch noch die Sache mit dem Candy Shop:

In der letzten Woche vorm Wettkampf ist wieder (fast) alles erlaubt.

Wenn ihr also zufällig Anfang Mai in der Wüste von Utah einen Typen mit seinem Zeitfahrrad zur Tankstelle ballern seht:

Das könnte ich sein! Auf der Jagd nach Cola, Gummibären, Pizza und Schokolade!


Aloha,

Martin

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